Freitag, 25. Juni 2010

Langersehnte Sommerferien



Als die schwuele Hitze, besonders hier in Kalkutta, nicht mehr zu ertragen war, standen zum Glueck die langersehnten Sommerferien vor der Tuer!
Ich packte sofort meine sieben Sachen um in den Zug nach Varanasi, die heiligste Stadt Indiens am Ganges, zu fahren. Eigentlich nur eine simple Uebernachtfahrt, doch meine Gasteltern machten sich Sorgen da ich alleine in der billigsten Klasse reisen wollte. Fast haetten sie mich so verunsichert mein Ticket umzubuchen, aber es war natuerlich alles kein Problem. Eine nette Familie sorgte auch dafuer, dass ich an der richtigen Station ausstieg. In den indischen Zuegen gibt es naemlich keinerlei Durchsagen…
Am Ziel angekommen traf ich sofort auf die mittlerweile zur Langzeitreisenden gewordene Hanna J Wir erkundeten sofort das Staedtchen und verliefen uns in den schmalen Gassen bei den Ghats am Ganges. So konnten wir schon mal den Flair Varanasis schnuppern bevor am naechsten Tag Ruth und die lang erwartete Livi aus Deutschland zu uns stiessen. Doch ich musste ernuechternd feststellen, dass Varanasi ziemlich klein,voll, dreckig und leider sehr, sehr heiss war. Unser Boat-trip eines fruehen Morgens auf dem Ganges war jedoch sehr schoen. Man konnte auch die beruehmten Verbrennungen der Toten bestaunen. Anscheinend ist es der Wunsch eines jeden Hindus in Varanasi verbrannt und in den Ganges gestreut zu werden. Man stelle sich also vor, wieviel Asche der Ganges wohl in sich traegt…
Von der Heiligenstaette der Hindus ging es frueh morgens weiter nach Bodgaya um unter demselben Baum, unter dem Buddha seine Erleuchtung hatte, zu sitzen. Das war wirklich schoen und sehr friedlich. Doch der Frieden hoerte am Abend am Bahnhof auf! Unsere Zug nach Kalkutta, welcher um 20Uhr haette starten sollen kam einfach nicht. Kein Mensch wusste wann und ob er noch kommt… So mussten wir eine ganze Nacht auf dem heissen und harten Bahnsteig verbringen und konnten erst am naechsten Morgen um 7 in unseren Zug steigen. Voellig fertig kamen wir also in Kalkutta an. Nachdem wir ein bisschen Schlaf nachgeholt und uns mit Pizza gestaerkt hatten, trafen wir uns mit meinen indischen Freunden und es ging auf zum Club. Voller neuer Energie tanzten wir in meinen Geburtstag und verschliefen den selbigen beinahe… Um 3Uhr nachmittags wurden wir erst wach ;)
Die Zeit in Kalkutta verging wie im Fluge: wir schnitten Geburtstagstorte, gingen alle fein zum Essen aus, machten ein bisschen Sightseeing, shoppten und bestaunten Hannas, Ruths und meine Bollywood-Premiere im Kino. Wie im vorherigen Artikel ueber die Weihnachtsferien ja zu lesen war, hatten wir die Ehre im Film Badmaash-Company, an der Seite des Jungstars Shahid Kapoor, als Komparsen mitzuwirken. Und tatsaechlich sahen wir uns, gemuetlich im Kinosessel sitzend, ueber die Leinwand laufen J
Das naechste Reiseziel war Goa. Kaum angekommen, bekam ich ein richtiges Urlaubsfeeling! Der Strand, das Meer, die Palmen… Einfach traumhaft! Wir entspannten und hatten ein paar nette Abende an der Bar. Fuer 2 weitere Tage ging es nach Gokarna, an eine Traumbucht, die wir fast fuer uns alleine hatten, da die Regensaison schon vor der Tuer stand.
Leider mussten Livi und ich uns dann von Hanna verabschieden, da sie zurueck zur Arbeit nach Mysore musste. Fuer uns beide gings mit dem Zug (natuerlich mal wieder mit 7 Stunden Verspaetung) nach Kerala.
Unsere erste Station Munnar (auf dem Bild oben) kam uns wie eine Mischung aus Schwarzwald und Dschungel vor und wir fuehlten uns sofort wohl. Durch die etwas hoehere Lage waren die Temperaturen sehr angenehm, sodass man Abends sogar eine warme Jacke brauchte. Wir machten gleich eine volle Touristentour: Teeplantagen, Sandelwood-Waelder, „Wildlife“-Sanctury (wo wir nicht nur viele wilde Ameisen, aber auch Affen zu sehen bekamen), Wasserfaelle und Trekking fehlten nicht. Am naechsten Tag hatten wir die glorreiche Idee mit ausgeliehenen Fahrraedern an einen Wasserfall zu fahren. Laut Information des Touristenbueros braeuchte man insgesamt nur 3,5Stunden. Doch leider war diese Information falsch! Total abgehetzt waren wir nach 4,5Stunden immer noch 11Kilometer von Munnar entfernt und die Strasse war so steil, dass man die Raeder eigentlich nur noch schieben konnte. Kurz vor der Verzweiflung (wir mussten unseren Bus in 2,5 Stunden erreichen) schickte uns Gott die Rettung: Ein Traeckerfahrer lud unsere Raeder auf und fuhr mit uns innerhalb von 15Minuten nach Munnar. Uebergluecklich bedankten wir uns und konnten uns bei einer kleinen Ajurveda-massage von dem Stress entspannen bevor die Reise abends weiterging.
Wir verbrachten 2 Tage an der Steilklippenkueste von Varkala, einen Tag auf einem kleinen Kanu in den Backwaters und fuhren letztendlich von Kochin nach Bangalore. Hier musste ich dann Abschied von Livi nehmen, die wieder nach Hause flog.
Ich verbrachte einige weitere Tage in Bangalore bei indischen Freunden von mir. Wir machten mit Hanna und ihren Mysore-Maedels nochmal Party bevor nach 4 Wochen auch meine Ferien zu Ende waren und es zurueck nach Kalkutta ging.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Anja,

sag mal, was machst du eigentlich dort in diesem Projekt?

Du schreibst immer so viel über deine Urlaubsreisen und leider wenig über deine eigentliche Aufgabe dort.

Dabei gibt die deutsche Bundesregierung die ca. 10.000€ für deinen ENTWICKLUNGSPOLITISCHEN FREIWILLIGENDIENST ja mit einem bestimmten Ziel aus.

Die dich unterstützenden SpenderInnen sind sicherlich auch sehr daran interessiert, was du auf ihre Kosten so sinnvolles treibst neben deinem Privatvergnügen, dem Urlaub.

Anja hat gesagt…

hallo anonym
stehst du nicht zu dem was du geschrieben hast oder warum bist du anonym?
zu deinem kommentar:
freiwillige haben natuerlich auch urlaub! wie jeder FSJler in deutschland. und ist ja wohl klar dass ich meinen urlaub selber finanziere.
das weltwaerts programm ist auch dazu da eine neue kultur und das land kennenzulernen um bei der rueckkehr andere davon wissen zu lassen und gegebenenfalls vorurteile zu entkraeften.
ich denke dieses programm ist sehr wichtig da wir etwas von unserer kultur geben und auch viel aufnehmen. und wenn ich zb in die villages gehe ist es fuer die menschen ja auch etwas besonderes und sie freuen sich einen europaer als gast zu haben.
soviel dazu
gruesse anja