Montag, 21. September 2009

Ich bin angekommen!

Nun bin ich hier. Hier in Kalkutta, hier in Indien. Diesem Land, welches voller Überraschungen und unerwarteter Ergeignisse steckt, doch trotzdem(oder gerade deshalb) faszinierend ist. Hier in der Stadt sind wirklich unglaublich viele Menschen unterwegs: zu Fuß, mit dem Fahrrad, Autoriksha, Taxi oder dem eigenen Auto(hierbei ist das Allerwichtigste die Hupe). Ein großes Gewusel herrscht in den Straßen und es kommt mir fast so vor als hätte jede indische Familie ihren eigenen kleinen Laden. Was mir echt aufgefallen ist, ist die positiv geschäftige Stimmung die hier herrscht. Es gibt zwar viele arme Menschen, aber anstatt sich mit dieser Situation abzufinden, geben sie ihr bestes(auch wenn das nur Schuheputzen am Straßenrand oder während den allzu häufigen Staus zwischen den Autos herumzulaufen ist) um an Geld zu kommen. An jeder Ecke gibt es etwas zu kaufen. Wo man hinsieht bunte Farben, Frauen in Saris, Lärm und Verkehr. Die kurioseste Sichtung bis jetzt war eine Schwarzwälderkirschtorte in einer Art Cafe/Snackbar … Ich hatte in einer Megastadt wie Kalkutta ziemlichen Smog erwartet, aber zumindest in unserem Stadtteil hält sich das sehr in Grenzen. Die Sonne prallt vom blauen oder bewölkte Himmel und es ist wirklich richtig heiß und feuchtwarm. Die meißten Inder scheinen einigermaßen daran gewöhnt zu sein, aber einer meiner ersten gelernten Sätze auf Bengali(der gängigsten Sprache hier) ist: Amar gorom lage(Mir ist heiß).
Gängige Vorurteile, die wir „Westler“ haben,wie Unpünktlichkeit oder in Wirklichkeit vielleicht auch vielmehr Gelassenheit scheinen sich zu bestätigen. Wie zum Beispiel heute: Ich war gerade dabei die Gegend um mein neues Zuhause herum zu erkunden, als ich auf ein Spektakel aufmerksam wurde. Durch ein paar kleine Gassen kam ich in einer Art kleinem Stadion an, wo auf einer ca. 2 Fußballfelder großen Grasfläche ein Autorennen stattfand. Ein bisschen merkwürdig hab ich mich schon gefühlt so ganz allein und dann auch noch sichtbar weiß bzw. fremd, aber nach kurzer Zeit gesellten sich ein paar nette Inder zu mir, die mich zuerst über die Rennteams und dann über West Bengal, den Staat in dem ich lebe, aufklärten. Gegen 3 Uhr mittags ging dann auch das Autorennen los, welches eigentlich hätte um 11Uhr morgens beginnen sollen ;)
Tja, nun zu meinem neuen Zuhause. Mein neues Zuhause befindet sich in der Young Horizon School und zwar sowohl im dritten als auch im fünften Stock. Im fünften Stock ist mein Zimmer, ein kleiner, leicht quadratischer Raum, in welchem ein Bett, ein Minischreibtisch, aber leider kein Schrank Platz finden. Vollendet wird diese Creation von 3 ca.Collegeblock-großen Fenstern. Das Highlight jedoch sind ganze 2 Ventillatoren, ohne die ein Aufenthalt um diese Jahreszeit nicht möglich wäre. Mein Zuhause im dritten Stock ist da schon deutlich schöner. Es ist die Wohnung meiner Gastfamilie, welche gleichzeitig sozusagen meine „Bossfamilie“ ist. Mr.Mukherjee (sprich: Mukatschi), der Gründer der Young Men’s Welfare Society, lebt hier mit seiner Frau Nanoo und seiner dreissig-jährigen Tochter Oly. Außerdem haben sie eine Art Hausfrau, die sich mit ihrer Tocher unter der Woche um die Küche und natürlich das Essen für uns alle kümmert. An ihr habe ich schon meine ersten bengalischen Sätze ausprobiert, da sie im Gegensatz zu meiner Gastfamilie kein Englisch spricht. Meine Gasteltern sind wirklich zwei sehr, sehr nette Menschen und innerhalb kürzester Zeit(das heißt nach 2-3 überstandenen Heimweh-tagen) fühle ich mich unten im dritten Stock schon ein bisschen wie Zuhause. Auch meine Gastschwester Oly macht einen netten Eindruck, aber sie ist zurzeit meißt mit studieren beschäftigt, somit konnte ich sie noch nicht so gut kennenlernen. Sie wird im Dezember heiraten und ich bin schon seeeehr gespannt auf die Hochzeit!
Der eigentliche Grund warum ich hier bin, nämlich mein freiwilliges soziales Jahr, lässt noch ein wenig auf sich warten, da kurz nach meiner Ankunft schon die Ferien anfingen. Am Donnerstag beginnt die Durga Puja, ein Festival für die Bengalen vergleichbar mit unserem Weihnachten. Das muss eine rießen Sache sein und ich werde euch auch bald mehr davon berichten…

1 Kommentar:

Maja hat gesagt…

Hi meine Liebe!
Schoen dass du gleich etwas berichtet hast:-)Hoert sich doch interessant an...eine indische Hochzeit wuerde ich auch mal gerne miterleben.
Wegen telefonieren muessen wir mal schauen. Hab grad nichtmal ein Telefon, weil meine Familie vor kurzem umgezogen ist. Gibt es bei euch sowas wie ein Haustelefon?
Ich kann naehmlich ueber skype aufs festnetz ganz billig telefonieren.
Wuensch dir noch alles Gute und hoffe bald wieder von dir zu hoeren
Hab dich lieb und vermisse dich

Maja